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Interview mit Oliver Dewes in der Badischen Zeitung


BZ: Beginnen wir mit einer alten Fußballer-Weisheit: Die zweite Saison ist oft schwerer als die erste. Einverstanden?
Dewes: Das haben wir schon in der vergangenen Saison gesagt, als sich abgezeichnet hat, dass wir ganz gut zurechtkommen. Wenn man sich jetzt noch diese 19er-Staffel ansieht, muss man sagen: Das wird extrem hart, ist aber machbar.
BZ: Die erste Saison, die Aufstiegssaison, ist immer von der Euphorie geprägt. Das andere Thema ist die Qualität der Staffel.
Dewes: Natürlich gab es eine große Euphorie durch den Zusammenschluss der beiden Vereine und durch den Aufstieg. Wir sind im Trainerteam gefragt, eine Euphorie zu entfachen für die neue Saison. Es liegt auch an uns, ein Training anzubieten, damit die Spieler die Voraussetzungen für eine gute Saison haben. Das läuft im Moment nach meiner Beobachtung auch sehr gut. Wir werden versuchen die Vorfreude hochzufahren, damit die Mannschaft sagt: Wir wollen die Leistung von der vergangenen Saison bestätigen. Dann kann auch eine zweite Euphorie entstehen.
BZ: Der andere Aspekt ist die gestiegene Qualität der Verbandsliga durch die Absteiger aus der Oberliga.
Dewes: Man muss davon ausgehen, dass Teams wie Villingen, Freiburger FC, Kehl, Linx, Kuppenheim, Rielsingen-Arlen – ob auch Pfullendorf dazugehört, will ich mal offen lassen – von Beginn an das erste Drittel in der Tabelle bilden werden. Und alle anderen Mannschaften dahinter werden eifrig auf Punktejagd für den Klassenerhalt gehen. Ich rechne da schon mit einer deutlichen Zweiteilung der Liga.
BZ: Es soll maximal fünf Absteiger geben. Was ist gefragt, wenn man dazu nicht zählen will?
Dewes: Es ist nicht nur die sportliche Qualität gefragt, sondern sehr stark auch die mentale Qualität. Es geht darum, einerseits der Belastung standzuhalten – es sind 23 Spiele bis zur Winterpause –, aber auch eine gute Stimmung zu haben, mit Rückschlägen realistisch umzugehen. Nicht in Panik zu verfallen, wenn es mal nicht läuft. Nicht in zu große Euphorie zu verfallen, wenn es gut läuft, sondern einfach ruhig und sachlich die Punkte sammeln. Dann werden wir wohl 42 Punkte für den Klassenerhalt brauchen.
BZ: Der SC Lahr hat 47 Spieler im Gesamtkader, aus dem sich das Verbandsligateam und das U-23-Team in der Bezirksliga speist. Sind das nicht zu viele?
Dewes: Wir haben in der letzten Saison die Erfahrung gemacht, dass wir in den letzten fünf, sechs Spielen in der Verbandsliga mit drei, vier A-Jugendlichen angereist sind, dass wir am letzten Spieltag nur zwei Einwechselspieler dabei hatten. Die Saison ist lang, sie kostet Körner, da wird es Verletzungen und Sperren geben. Spieler sind im Urlaub, sie werden aus beruflichen Gründen im Training fehlen. Wir brauchen den großen Kader, um beide Mannschaften zu halten. Erfahrungsgemäß wird dann der eine oder andere Spieler während der Runde abspringen. Aber wir wollen breit aufgestellt sein. Wenn wir im Rhythmus Samstag-Mittwoch-Samstag spielen, dann kann man nicht dreimal mit derselben Mannschaft auflaufen.
BZ: Das war das Thema Quantität. Wie bewerten Sie die Qualität im Spielerkader im Vergleich zur vergangenen Saison?
Dewes: Wir haben den Kader enorm verbreitert. Und wir haben viele junge Spieler dabei, die noch eine gewisse Zeit brauchen, die aber eine sehr, sehr gute fußballerische Ausbildung genossen haben. Jetzt ist es auch an uns, aus ihnen gestandene Spieler zu machen. Ich denke da zum Beispiel an Konstantin Fries, ein tolles Talent. Mit Martin Weschle haben wir einen Torgaranten im Team und mit Alexandru Ghita haben wir eine enorme Stabilität in der Defensive bekommen.
BZ: Wie geht der SC Lahr mit den beiden Teams um? Trainieren sie zusammen? Wie und wann ist eine Trennung vorgesehen?
Dewes: Wir werden die komplette Vorbereitung zusammen absolvieren. Wichtig ist, die Spieler über einen längeren Zeitraum zusammen zu Gesicht zu bekommen, um zu sehen, fällt da vielleicht mal jemand ab, weil es zu anstrengend ist, oder tut sich jemand besonders hervor. Es läuft darauf hinaus, dass die erste Mannschaft und die U 23 je einmal pro Woche separat trainieren, die anderen Einheiten machen wir dann zusammen.
BZ: Sie beginnen die Saison mit Spielen gegen Freiburger FC, FC Denzlingen und Kehler FV. Ein schweres Auftaktprogramm.
Dewes: Wir hatten auch schon in der Verbandsliga ein schweres Programm zu Beginn mit Endingen und Linx und standen danach mit vier Punkten da. Ich spiele lieber gleich gegen die Besten und kann mich richtig messen. Genau so im südbadischen Pokal. Da treffen wir in der ersten Runde auf den Oberligisten SV Oberachern. Ich freue mich auf dieses Spiel. Einen besseren Gegner als Oberachern gibt es nicht, da können wir nichts verlieren. Wir können gleich ein Ausrufezeichen setzen und damit zeigen, dass mit uns zu rechnen ist. Und wenn wir verlieren, dann ist das kein Beinbruch, dann hat das eben jeder sowie schon vorher gewusst.

Quelle: badische Zeitung vom 22.07.2016

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